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Erinnerungen an die Siebziger - Pläne von Bauminister Souflias
Manch ein Bewohner der Plaka, dem Herzen Athens, erinnert sich noch mit Schrecken an die Siebziger Jahre. Damals war die schöne Altstadt zum Amüsierviertel verkommen, mit zwielichtigen Clubs und Bars. Autos fuhren durch die engen Gassen. Den Einwohnern gefiel es dort offenbar nicht mehr, weshalb viele ihre Wohnungen verließen.
In Stefanos Manos, Bauminister zu Beginn der Achtziger, erschien der Plaka eine Art rettender Engel. Er verbannte die Autos aus den Straßen, ließ diffuse Lokale schließen, stellt Gebäude unter Denkmalschutz. Die Einwohner reagierten darauf mit der Rückkehr, siedelten sich wieder oberhalb der Geschäfte an. Dort ist die geschäftliche Nutzung untersagt, ebenso auf den Dachterrassen.
Nun erwarten Besucher am Fuß der Akropolis ein nettes Viertel, gespickt mit alten Läden, Handwerksbetrieben, Souvenierläden, Cafés und vielen anderen Schönheiten. In manchem Winkel fühlt man idyllische Ruhe, ganz anders als die übliche Athener Hektik. Wen wundert's, dass das Pflaster zu den teuersten der Stadt zählt?
Doch der Bauminister Giorgos Souflias möchte den Charakter der Plaka wieder verändern. Er wünscht mehr Amüsierstätten, nicht nur im Erdgeschoss. Damit erfreut er die Geschäftsinhaber, die über zu wenig Platz und zu wenig Alkoholausschank klagen. Doch die Bewohner bangen vor diesen Plänen: Ob die Plaka bald wieder so aussieht wie vor dreißig Jahren?