Mord an Mormonen

Ermordung von Mormonen in Mexiko

Diese Nachricht von dem Mord an Mitgliedern der LeBaron-Familie wird einen in den USA nicht kalt lassen, denn er hat Beziehungen, ja selbst verwandtschaftliche, zu den Mormonensippen in Sonora und wäre fast Präsident geworden: Mitt Romney. 
Anders als ntv glauben lässt, ist die betroffene Mormonen-Gemeinde aus Nachfahren "von Mormonen, die im 19. Jahrhundert wegen Verfolgung aus den USA flüchteten", nicht einfach aus Glaubensgründen verschwunden, wie man glauben könnte, sondern weil diese religiösen Talibane der Vielweiberei frönten und nicht davon lassen wollten. Mormonen LeBaron

Romneys Vater, später Gouverneur von Michigan, wurde 1907 im mexikanischen Colonia Dublán geboren. Mitt Romneys Elternhaus existiert noch und wurde erst in den frühen Sechzigern verkauft. Die LeBarons? Da gibt´s einige finstere Geschichten: Sexskandale, ein gewisser Ervil LeBaron, bekannt als "Mormon Manson*". Er war Chef eines polygamen Kults, der 25 Tote auf dem Gewissen haben soll. Wobei anzumerken ist, dass die Polygamie ja nun auch wieder Sex bedeutet: 13 Frauen, über 50 Kinder. Eine seiner Töchter, Anna, brachte ihre Erlebnisse 2017 in einem Buch heraus: The Polygamist's Daughter. Hier Näheres

"Schuldig, seine Religion auszuleben"

Erst 2017 wurde von den Behörden gegen Mormonen in Hildale, Utah, und der Nachbargemeinde Colorado City in Arizon, vorgegangen.
Abe auch in Columbia in Kanada wurden im selben Jahr zwei ehemalige Bischöfe der Sekte wegen verbotener Mehrehen verurteilt. Ein gewisser James Oler war demnach gleichzeitig mit fünf Frauen verheiratet und zeugte mindestens 13 Kinder. Zudem überführte er Minderjährige in die USA, um sie dort mit Mormonen verheiraten zu können.
Der polygame Sektenanführer Winston Blackmore führte in dem 1500-Seelen-Ort Bountiful 24 Ehen gleichzeitig. Dass er nicht an Überforderung starb ...
Der 61-Jährige soll Vater von mindestens 146 Kindern sein. Er verglich den Fall mit der Situation homosexueller Paare: Auch die Ehe für alle sei in der Vergangenheit illegal gewesen. "Ich bin schuldig, meine Religion auszuleben", klagte Blackmore. Das Gericht hatte allerdings schon 2011 entschieden, dass das Polygamie-Verbot nicht die Religionsfreiheit beschränke.

Die größte Mormonenkirche mit Sitz in der US-Großstadt Salt Lake City hatte 1890 die Polygamie als religiöses Prinzip widerrufen. Das war die Zeit, als die Romneys die Flucht jenseites der Grenze nach Mexiko ergriffen. Woher stammen sie ursprünglich? Nun der Urgroßvater kommt aus Preston, Nordengland. Dort missionierten amerikanische Mormonen fleißig und beeindruckten den armen Wicht, so dass er sich ihnen anschloss. Oder lockte ihn die Vielweiberei?. Wir wissen es nicht.

Geldnähe und Sterilität

Interessant ist das Auftreten der Mormonen im klassischen Anzug, schwarz, weißes Hemd, militärischem Haarschnitt, Seriosität, Nüchternheit und Asexualität ausstrahlend. Keuschheit, Kern aller Religionen, war dem Religionsgründer ja teuer, also besonders die weibliche als die beste, während die männlichen Mormonen sonst bis weit in die zweite Hälfte des 20 Jh. anders drauf war und auch heute noch vieles im Verborgenen weiterzugehen scheint. Ein Vorfahr Romneys, Parley P. Pratt und Mitbegründer der Momonen, wurde von dem gehörnten Auch-noch-Ehemann seines zwölften Eheweibes in den Himmel expediert.
Dieses "geldnahe" Gebaren erkennt, wer sehen kann, auch im Protestantismus: Schwarz-weißer Talar, Strenge, Ernst, Ratio, was auch Max Weber beschrieb. Multmillionär Romney wirkt "aalglatt". Romney entspricht einem Typus, wie er bei Banken, Versicherungen, an der Spitze vieler Unternehmen, der Politik usw. vorherrscht. Die Mormonen, die zu dem Protestanten zu rechnen sind, kennen den Zehnten und sind auf Geld- und Machtvermehrung geradezu fixiert. Bereits 1999 schätzten zwei Journalisten den Jahresumsatz auf sechs Milliarden Dollar. Hier gibt´s sicherlich Parallelen zu den Scientologen. Versprochen wird nach dem Weltuntergang eine vierhundertprozentige Rendite, allerdings erst im Jenseits. Zuletzt nahm sich die FAZ des Themas an.
Einer der bekanntesten Mormonen aus der Welt der Wirtschaft ist Ryan Smith, Qualtrics-Gründer, dessen Firma von SAP gekauft wurde.

Was steckt hinter dem Erfolg ?

Um 1500 wurde der hopsig-wundergläubige und bis dahin vorherrschende hysterische-katholische Typ durch den Einfluss der Geldwirtschaft durch einen neuen abgelöst. Der Protestantismus verkündete mit seinem Credo "Arbeit adelt", dass Reichtum ein wohlgefälliges Zeichen Gottes sei, was einerseits ein Angriff des durch den Handel erstarkten Bürgertums auf den Adel war, denn der verarmte, durfte er doch nicht arbeiten, und andererseits auf die Armen, die Bauern, Handwerker, die kleinen Leute, die "Faulenzer". Kern der Geschichte ist also ein wirtschaftlicher Wandel, der einen Charakterwandel erzwang. Psychisch sind die unter "Arbeit" gehefteten Charakterzüge wie Ordnung, Disziplin, Pünklichkeit, Verlässlichkeit, Fleiß, Autorität u.ä. angebunden an die "Sauberkeit". Diese führen Ausländer IMMMER als auffallend an Deutschen an. Genaugenommen ist sie aber eine Abwehr: die Angst vor "Dreck".  Diese, nicht nur deutschen Kardinaltugenden - man denke mal an Singapur oder die Schweiz - werden gesellschaftlich also durch die Sauberkeitserziehung erzeugt.
Ein Blick auf die Landkarte verrät: Alle reichen Länder sind protestantisch und "sauber", neueste Entwicklungen ausgenommen.
Dort funktionieren auch die Züge, die Fabriken und die Menschen, in besonders schweren Fällen - also bei entsprechender schwerer Charakterverbiegung und einer hohen Anzahl der Betroffenden - bis zum Erringen von Endsiegen usw., während bei den anderen Chaos herrscht, wie täglich zu hören und zu lesen. Genau in solchen Ländern aber verbringen wir aber am liebsten unseren Urlaub, schwärmen von der Herzlichkeit der dortigen Eingeborenen, denn wir ahnen, was wir verloren haben.

Händewaschen oder Blockwart?

Der erwähnte "neue" Charaktertpyus ist übrigens der des Zwangscharakters, ein bestens erforschtes Krankheitsbild. Nur mit solchen lassen sich Fabriken und KZs betreiben, wie auch ex-Kanzler Helmut Schmidt erkannte. Hysterisch konstruierte Menschen sind disziplinlos, kinderähnlich, und können das nicht.
Interessant ist, dass China diese Entwicklung, die sich doch immer über viele Generationen erstreckte und über die "Sauberkeitserziehung" lief, nun binnen Kurzem über eine direkte Totalüberwachung erreichen will. 2019 gab es 150 Mill. Kameras, 2020 sollen es 400 werden. Dazu gibt es in jedem Quartier auch noch lebendige Schnüffler und Verhaltensbewerter, eine Art Auferstehung der Blockwarte. Billiger könnte ein Chip sein, der jedem Neugeborenen gleich unter die Haut geschoben wird.

Familienforscher und Ahnennachweise

Die Mormonen bieten immer wieder Ahnenforschung an. Tolle Veranstaltungen der mormonischen Seelenfänger zur Familienforschung (z.B. in der Bad. Zeitung vom 10.10.07, "Die Herkunft erforschen), war hoffentlich ein naiver Ausrutscher, denn die gesuchten Ahnen der Leser wurden ohne ihr Wissen zwangsgetauft. Die Gemeinde zählt derart heute über 15 Millionen Mitglieder. Das "American Jewish Committee" war jedenfalls entsetzt, als es spitzkriegte, dass die Mormonen die Daten der Opfer der Endlösung fleißig in ihren Computer fütterten. Sie durchforsten Kirchenbücher, Archive, alles was sie kriegen können und "taufen" fleißig, ohne dass dies der Öffentlichkeit bewusst ist. Auch im Internet bieten sie natürlich ihre Ahnenforschung an. Also Vorsicht walten lassen.
A propos "Ahnen": Mormonen sind eine "weiße" Glaubensgemeinschaft. Mit Schwarzen haben sie ihre Schwierigkeiten. Mehr dazu hier.

Fazit: Sie sind nicht mehr und nicht weniger verrückt als Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften auch, Sexualität nimmt eine zentrale Stelle ein, wobei auch deren Unterdrückung selbstverständlich eine Beschäftigung damit ist. Daneben spielt Geld eine wichtige Rolle. Typischer Protestantismus also.

Lesenswertes zu dem lustigen Völkchen und seinen Gebräuchen gibt es hier und hier die Fortsetzung.

Hier eine weitere Geschichte aus dem frommen Taliban-Land Utah  und seiner Haupstadt Salt Lake City. Der Staat ist völlig mormonengeprägt.

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* In Anlehnung an Charles Manson

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